Begleitprogramm

Liebe Sängerinnen und Sänger, liebe Angehörige und Teilnehmer des Chorfestivals Nordakkord 2017,

es ist soweit! Nordakkord 2017 ist da und wir freuen uns auf vier wunderbare Tage voller Musik mit Euch!

Drei Konzertabende warten auf uns und dabei wollen wir es nicht dabei belassen. Für Euch und die teilnehmenden (registrierten) Begleiter haben wir ein umfangreiches Begleitprogramm zusammengestellt.

In unserem „Workshops und Vorträge“-Teil geht es natürlich um das Musizieren, aber auch um die Bewegung auf der Bühne – von Stimmbildung bis Tanz, wir wollen Lust machen auf mehr. Oder vielleicht lieber Wissens-wertes? Kennt Ihr die Erdbeerfelder der Beatles? Und wie sieht es eigentlich mit den Urheberrechten aus, was ist mit Euren Auftritten auf Facebook und YouTube?

Und natürlich wollen wir Euch auch unser vielfältiges Köln näherbringen. Auf verschiedenen „Führungen könnt Ihr den Geschichten unserer traditionsreichen Stadt lauschen – ob zu den Ikonen der Stadt, zur neueren Architektur oder der langen schwullesbischen Historie Kölns. Und wir wollen mit Euch auf das prominenteste Dach der Stadt, jenseits der Touristenpfade – dem Kölner Dom, Wahrzeichen der Stadt, quasi auf den Dachboden geschaut.

Und wer sich lieber stärken will, der tut das vielleicht in unserem Teil „Sport & Fun“. Ob in Joggingschuhen oder ganz dicht über den Wellen des Rheins: „Handtücher sind mitzubringen“.

Das Programm gibt es hier als Download

Fürckfragen: workshops@nordakkord.de

Stimmbildung mit Alexandra Gauger

Bild: Tolga Talas

Singen klar, aber richtig – Alexandra wird im Rahmen einer Stimmbildung versuchen, Eure Klänge zu sortieren. Die Leidenschaft der Vollblutmusikerin, ausgebildeten Musiktherapeutin und Gesangssolistin ist die Vielfältigkeit des Klangkörpers „Stimme“.
Alexandra ist einigen vielleicht auch als „Fräulein Cäsar“ bekannt. Mit mehreren Programmen war sie als Musikkabarettistin präsent, einige kennen Sie sicher noch von Various Voices in Dublin. Für Nordakkord wird sie auch als Moderatorin durch die drei Konzertabende führen.

 

 

Der Körper als Partitur“ – Chorimprovisation

Bild: Jürgen Terhage

Vom Blatt singen“ oder vielleicht von Anfang an mal “ohne Blatt singen“?

Im zweiten Workshop zum Gesang wird es um die improvisierte Mehrstimmigkeit im Chor gehen. Gesang in Improvisation; und das mit einem ganzen Chor – dass das funktioniert, beweist Euch Jürgen, Professor für Musikpädagogik an der Kölner Musikhochschule sowie Gründer und Leiter des Schwullesbischen Chors Köln, den wir dieses Jahr auch als Teilnehmer bei Nordakkord begrüßen können!
In diesem Workshop werden Euch erste Erfahrungen darin vermittelt, wie ein Chor live an der Entwicklung eines Arrangements beteiligt werden kann – allein mit einer Textvorlage oder sogar ganz ohne Papier kann mit der richtigen Technik anspruchsvolle Chormusik entstehen.

 

Tanz I – Bewegung und der zeitgenössische Tanz

Quelle: Massimo Gerardi
Bild: Schmitt

Wenn Musik und Bewegung zusammenfinden… viele begegnen dem Tanz auch nach Jahren der Bühnenerfahrung noch mit Zurückhaltung. Dabei sind Körperempfindung und Tanz nicht nur für die Bühne eine reiche Erfahrung, sodass wir Euch gern einen Fuß in die Tür stellen: Massimo, ausgebildeter Balletttänzer, Choreograph und bis 2011 Dozent für zeitgenössischen Tanz an der Kölner Hochschule für Musik und Tanz wird Euch an die Hand nehmen und Euch mit Übungen zu Gleichgewicht, Raumbewegung, Schwung und Richtungswechseln in die Welt des Tanztheaters entführen. Für Anfänger.

 

 

 

Tanz II – Stepptanz: Schuhe an und los geht‘s

Tanz ist Esperanto mit dem ganzen Körper“ – so formulierte es Fred Astaire einst die Ausdruckskraft des Tanzes. Und wer an seine Duette mit Ginger Rogers oder Gene Kellys „Singin‘ in the Rain“ denkt, der denkt an den Stepptanz.
Was einst als Wettbewerb der perkussiven Tänze zwischen den Einwandergruppen in den Straßen Manhattans begann, wurde bald zur eigenen Kunstform, zum Begleiter des Jazz und fand den Weg aus den Clubs auf Leinwand der Traumfabrik.

Wer möchte das Stepptanz-Feeling der alten Hollywoodfilme erleben? Udo, langjähriger Lehrer für Stepptanz, wird Euch in diesem Workshop Grundtechniken des Stepptanzes vermitteln und eine erste Choreographie beibringen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, jeder kann mitmachen!

 

Strawberry Fields Forever“ – Die Geschichte einer legendären Beatles-Aufnahme

Zahlreiche Musikkritiker halten es für eines der besten und für die Musikgeschichte einflussreichsten Stücke der Beatles: „Strawberry Fields Forever“ wurde 1967 von der Gruppe veröffentlicht, aber nie im Rahmen eines Konzertes gespielt. Der Grund hierfür ist unter anderem die für die Entstehungszeit bahnbrechende Nutzung der Studiotechnik, die es zu einem der komplexesten Songs der Beatles machte.
Doch welche akustischen Kniffe verbergen sich in dem psychedelischen Stück? Und um welches Erdbeerfeld geht es überhaupt?

Rolf, der über das Lied promoviert hat, wird allgemeinverständlich und an verschiedenen Musikbeispielen zeigen, wie es zu dem Lied kam und welche spannenden Details sich in der legendären Aufnahme verbergen.

 

Meine Musik, mein Bild“ – Der Chor und das Urheberrecht

Foto: Minkowitsch

Es war ein schönes Konzert“ – doch was kann passieren, wenn plötzlich Aufnahmen, Lieder oder Bilder im Internet auftauchen? „Hatten wir das Recht, eine Cover-Version aufzuführen?“ Für die meisten ist es eine rechtliche Grauzone, die dann vor Gericht gar nicht mehr grau ist. Umfang und Grenzen des Urheberschutzes, die Folgen eines Verstoßes dagegen, z.B. das Kopieren von Noten, und die Anforderungen der GEMA für Eure Aufnahmen im Internet – diesen Fragen stellt sich für Euch Rechtsanwalt Christoph Krekeler. In einem Vortrag mit ausführlicher, anschließender Diskussion beantwortet der Anwalt und Vizepräsident des Chorverbandes NRW Eure Fragen.

 

 

 

Sechs Frauen, sechs Jahrhunderte“ – Rundgang in der Angewandten Kunst

Im Kunstgewerbe spiegelt sich die Zeit: Handwerk, Material, kulturelle Verflechtungen und historische Begebenheiten…

In einem Museumsrundgang werden wir uns sechs Darstellungen widmen; ob als mittelalterliche Heiligenfigur oder als Diva auf den Theaterplakaten der Pariser Boulevards. Mit dem Museum für Angewandte Kunst verfügt Köln über eines der wenigen großen Kunstgewerbemuseen in Deutschland. Timm vom Arbeitskreis des Hauses wird Euch anhand von Beispielen und Anekdoten vom Mittelalter bis in die Belle Époque von Frauen erzählen; unsterblich oder fast vergessen und immer vor dem Hintergrund der Zeit, in der sie lebten, und ihrem künstlerischen Ausdruck, der sie für uns festhielt – ein Spaziergang nicht nur für Frauen…

 

Kölner Altstadt, Kölner Zeichen, Kölsche Originale

Bild: Minkowitsch

Wer ist eigentlich der Platzjabbeck? Und warum streckt er hoch am Rathausturm zu jeder vollen Stunde den Kölner Bürgern die Zunge raus?

Antwort auf diese und weitere Fragen gibt Euch Rainer auf einem Spaziergang durch die Kölner Altstadt. Besonders die Nordakkord-Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die mit dem Kölner Brauchtum noch nicht so vertraut sind, führt Rainer, Historiker und Mittelalterkenner, zu den Wahrzeichen der Stadt und den kölschen Originalen. Er wird Eure Blicke zur den geheimen Zeichen Kölns heben. Am Ende werdet Ihr einige der historischen Persönlichkeiten der Stadt kennengelernt haben, einige heilig, andere nicht ganz so heilig… und Ihr wissen, was der Kallendresser eigentlich tut, wenn er in die Kalle drisst – und warum das den Kölner Rat ärgert.

 

 

Köln frivol un op Kölsch – die Altstadt

Bild: Minkowitsch

Die Kölner Altstadt hat einiges zu bieten… alle waren Sie hier, Germanen, Römer, Franken und die Preußen, alle haben sie Spuren hinterlassen… und Marianne ist auf kölsche Art gerüstet, Euch das klarzumachen.

Auf frische, manchmal frivole, direkte aber immer auch kundige Art führt Sie Euch zu den wichtigen Orten der Kölner Altstadt und macht auch um die Brauhäuser keinen Bogen, die bis heute das Bild von der kölschen Gemütlichkeit prägen. Ein heiterer Rundgang, ganz und gar nahbar.

 

 

 

Warme Meilen“ – Schwule Geschichten der Stadthistorie

Quelle: Centrum Schwule Geschichte e.V.

Köln gilt als einer der Hotspots schwulen Lebens in Deutschland. Doch was von der Partygesellschaft schnell übersehen wird, ist die wechselvolle Geschichte schwulen Lebens in der Stadt.

Martin vom CSG Centrum Schwule Geschichte nimmt Euch mit auf einen Spaziergang zu versunkenen Orten und fast vergessenen Geschichten – von den Anfängen der Schwulenbewegung durch die dunklen Zeiten des Nationalsozialismus bis zur Sexualstrafrechtsreform 1969. Historisches mischt sich mit Biographien, die von Mut zeugen, Überzeugung und Willen zur Anerkennung der eigenen Lebensform. Die Geschichte kreuzt das Leben großer Travestiekünstler der Weimarer Republik, das Verhältnis von beflissenen Polizisten zu den Pissoirs und Orte, von denen aus Affären und Skandale selbst die Bundespolitik beschäftigten.

 

 

Denk mal – Sieh mal: Abgründiges und Höhenberauschtes“

Bild: Minkowitsch

Auf einem abseitig verlaufenden Gang vom Dom in die Südstadt rückt Stadtbilderklärer Ralph Stationen ins Blickfeld, die mit Themen verbunden sind, die Kölnerinnen und Kölnern auf den Nägeln brennen: Höhenkonzept, Masterplan und die Stadtentwicklung (Beispiel Rheinauhafen), Vernachlässigung von öffentlichem Raum (Museum Ludwig und Ma’alot), U-Bahn-Bau und die Folgen….oft kritisch, aber manchmal spöttelnd.
Wie sagte noch der Kabarettist Jürgen Becker? «Warum sollte es unter der Kölner Erde anders zugehen als oben drüber?» oder «Der Kölner kann nichts, traut sich aber alles zu.»

 

 

Auf dem „hohen“ Dach von Köln – der Kölner Dom

Bild: Minkowitsch

Auf den Turm des Kölner Doms kann jeder. Ein Mitarbeiter der Kölner Dombauhütte nimmt Euch aber mit auf das Dach einer der größten gotischen Kathedralen der Welt. Mit dem Bauaufzug geht es vorbei an den Wasserspeiern, Pfeilern und Strebebögen auf rund 45 Meter Höhe und über einen Steg in den Dachstuhl. Es eröffnet sich eine eigene kleine Stadt, mir Werkstätten, Lagerräumen, Rinnen zur Wasserführung. Wer hätte gedacht, dass sich hier oben eine Stahlkonstruktion befindet, die bis zum Bau des Eiffelturms weltweit unübertroffen war? Der Weg führt Euch über einen Höhenlaufgang im Inneren des Kirchenraumes zum Greifen nah an den gotischen Fenstern vorbei, und wer außen versucht, die vielen Türmchen von oben zu zählen: es sind 11.000.

Die Führung wird nur in kleinen Gruppen durchgeführt, daher haben wir für Euch zwei Führungen organisiert. Für Personen mit ausgeprägter Höhenangst ist der Rundgang weniger zu empfehlen, mit normalem Höhenempfinden aber problemlos und touristenfest.

 

Gotischer Boden: Ausgrabungen unter dem Kölner Dom

Der Kölner Dom erhebt sich über einem Ort mit über 2000-jähriger Baugeschichte. Hervorgegangen aus der römischen Wohnbebauung entstand hier eines der ältesten christlichen Zentren außerhalb des Mittelmeerraumes. Nach annähernd 70 Jahren intensiver Forschungstätigkeit gehören die Ausgrabungen unter dem Kölner Dom zu den umfangreichsten Kirchengrabungen Deutschlands.

Ein Mitarbeiter der Dombauhütte führt Euch durch eines der weltweit größten mittelalterlichen Fundamente und zeigt Euch nicht nur den gewaltigen Unterbau der Domtürme, sondern lenkt den Blick auch auf frühere Straßenpflaster, Fußböden, Gruben und Gräber.

 

Das Baptisterium – auf der Spur der frühesten Christen

Erst 1866 bei Bauarbeiten entdeckt, gilt das große achteckige Taufbecken vor dem Ostchor des Kölner Domes als eines der ältesten heute noch sichtbaren Zeugnisse des Christentums nördlich der Alpen. Als Baptisterium bildete dieser Ort den zentralen Punkt der frühchristlichen Taufkirche, die der westlich gelegenen Bischofskirche angeschlossen war; einem Vorgängerbau des heutigen Kölner Doms.

Lange führte das Kleinod aus dem 6. Jahrhundert ein Schattendasein – bis es im vergangenen Jahr im Zuge der Neugestaltung der Domumgebung einen repräsentativen Vorraum erhielt.

Im Rahmen einer Kurzführung habt Ihr die Gelegenheit, die archäologische Kostbarkeit aus dem 6. Jahrhundert und damit einen wichtigen Teil der Kölner Stadtgeschichte aus der Nähe zu betrachten.

 

Kolumba – Das neue Diözesanmuseum

Bild: Minkowitsch

Eigentlich gehört das Kunstmuseum des Erzbistums Köln zu den ältesten Museen der Stadt Köln – doch mit dem 2007 eröffneten Neubau des Schweizer Architekten Peter Zumthor wurde es auch architektonisch zu einem Schmuckstück in der Kölner Museumslandschaft. Es befindet sich auf den Mauerresten der kriegszerstörten romanischen Kirche St. Kolumba und das Konzept des Neubaus stellt die alten und neuen Baubestandteile wirkungsvoll gegenüber.

Der Museumsinnenraum selbst lädt zum Verweilen ein und kommt durch zahlreiche Glasfronten ohne künstliche Beleuchtung aus. Innen- und Außenraum verschmelzen im wechselnden Tageslicht zu einem offenen Raum mit einer ganz eigenen Atmosphäre, die den ausgestellten Objekten eine besondere Aura bietet.

 

 

Café Wahlen – wohlbehütet und gut frisiert

Bild: Minkowitsch

Zweites Frühstück, heiter und mondän bei Kaffee und Schnittchen?

Wir laden, ausgestattet mit einem guten Vorrat an mondänen Hüten und kühnen Kunsthaarteilen, in eines der traditionsreichsten Kaffeehäuser der Stadt ein. Das Event schließt ein kleines Frühstücksgedeck auf Kosten von Nordakkord ein. Für Eure sozial angemessene Kopfbedeckung sorgt das freundliche Gastgeberinnen-Team Michi und Frank. Eigene akzeptable Kopfbedeckungen willkommen.

Gegründet 1911 ist das Café Wahlen bis heute ein familiengeführtes Traditionscafé. Mit dem Charme der 50er Jahre betört es mit Kuchen und Torten aus eigener Herstellung und ist besonders in der Szene beliebt.

P.S: Die Besitzerin Frau Wahlen freut sich auf uns „solange sie sich anständig aufführen und das Mobiliar ganz lassen.“ Und „Sie dürfen auch gerne etwa singen!“

 

Rafting auf dem Rhein

Bild: Weitershagen

Wenn man in Köln auf den Rhein schaut, steht man in der Regel an einem der beiden Ufer… Wir aber wollen mit Euch mitten r(h)ein:

Weil es am Rhein ja angeblich so schön ist, geht’s mit dem Bötchen auf die Wellen. Aber nicht auf einem Schiff mit Kantine, sondern auf naturbelassene Art. Das Team von Raftingtouren Jörg Mischke hält Schlauchboote und Rettungswesten für Euch bereit. Keine Sorge, Ihr paddelt mit dem schönen Strom, von Rodenkirchen im Kölner Süden aus, vorbei am Rheinauhafen, der historischen Altstadt, unter den großen Brücken hindurch bis zur Zoobrücke. Dass der Rhein inzwischen eine sehr gute Wasserqualität hat, werden Ihr vermutlich schnell feststellen. Die Boote sind professionell geführt und das große Schwimmabzeichen wird nicht benötigt.

 

Jogging am Vormittag

Bild: Osthoff

Wie wäre es mit einer kleinen Sporteinheit am Vormittag?

Für die Jogger und Fitness-Teilnehmer laufen Torsten und Ingo mit Euch ausgesuchte Routen in der Kölner Innenstadt. Die Laufstrecke beträgt rund 10 km und endet an ihrem Ausgangspunkt.

Am Freitag läuft Ingo mit Euch durch den Grüngürtel. Wie eine Wallanlage zieht sich der Grüngürtel um die Stadt, leichte Hügel zeugen bis heute von den Trümmern der kriegsversehrten Stadt. Der Aachener Weiher, unter dem damaligen Oberbürgermeister Konrad Adenauer in den 1920er Jahren geplant, hat für die Kölner Szene eine besondere Bedeutung als Treffpunkt.

Am Samstag läuft Torsten mit Euch am Rhein und über die Brücken. Fern von den Straßen werden Ihr Eure Bahn am Ufer entlang und durch den Rheinpark ziehen; das ehemalige Gelände der Bundesgartenschau von 1957 und 1971 steht heute unter Denkmalschutz.